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Aietes war mit Medea und dem ganzen Hofstaat erschienen, um das Schauspiel mit anzusehen. Der König befahl nun den Dienern, die Tür des Stalles zu öffnen. Unerschrocken ging Jason hinein, löste die starken Eisenketten der feuersprähenden Stiere, packte sie mit übermenschlicher Kraft bei den Hörnern und zerrte sie heraus. Draußen preßte er ihnen Maul und Nüstern fest auf die Erde, um sie am Schnauben zu hindern, und warf ihnen das Joch über den Nacken.
Staunend standen die Einwohner von Kolchis. Finster blickte der König auf Jason, der so rüstig ans Werk ging. Die sonst so grimmigen Stiere wagten nicht, sich ihm zu widersetzen, da das Feuer, das aus ihren Nüstern sprühte, Jason nichts anhaben konnte. Und als die Sonne am höchsten stand, hatte er das ganze Feld umgepflügt.
"Jetzt gib mir die Drachenzähne!" rief er dem König zu, während er die Stiere ausspannte. Einen ganzen Helm voll reichte ihm Aietes. Jason schritt ungesäumt über das Feld, warf die Zähne in die Furchen und ebnete sodann mit seinem Speer die Erdschollen.
Jetzt hatte er Zeit, sich auszuruhen. Er füllte seinen Helm mit Flußwasser und löschte seinen brennenden Durst.
Als die Sonne sich zum Untergang neigte, begab sich das erwartete Wunder: eiserne Männer wuchsen aus der Erde, überall auf dem gepflügten Acker! Einige waren bereits bis zu den Füßen herausgewachsen, einige bis zu den Hüften und bis zu den Schultern, andere hoben sich soeben erst aus der Erde. Wütend schwangen die Eisenmänner die Spieße und schlugen kampfbegierig an ihren Schild. Schon drangen die, deren Füße frei waren, auf den Helden ein.


