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"Helft mir in meiner schweren Not", bat der König die Helden unter Tränen, als die Argonauten bei ihm einkehrten, und er lud sie zu Tische; doch kaum war die Mahlzeit aufgetragen, da kamen die gierigen Harpyien herbeigeflogen. Jason und seine Gefährten hieben auf sie ein; die Schwertstreiche taten jedoch den gepanzerten Vögeln keinen Schaden. Da hoben sich Zetes und Kalaäs, des Windgottes geflügelte Söhne, in die Luft, griffen mit blankem Schwert die Harpyien an und bedrängten sie so hart, daß sie flohen und nicht wiederkehrten.
Mit großer Freude begrüßte Phineus die Rückkehr seiner Retter, die ihn von der schrecklichen Qual befreit hatten. Aber nicht ohne Sorge ließ er die Argonauten weiterziehen; denn er gedachte der Weissagung, die ihnen gefährliche Abenteuer verkündet hatte.
Unbekümmert stachen die Helden bei günstigem Fahrtwind in See, um nach Kolchis weiterzusegeln. Beim Eingang in das Schwarze Meer trafen sie auf zwei riesige Felsen, die wie Eisberge im Meer schwammen. Diese steinernen Säulen, Symplegaden genannt, schlugen beständig blitzschnell zusammen, so daß jedes hindurchfahrende Schiff von ihnen zerschmettert wurde.
Nach dem Rat des Phineus schickten die Helden eine Taube voraus; sie kam fast unversehrt hindurch, nur ein paar Schwanzfedern wurden ihr von den zusammenschlagenden Felsen abgerissen. Beim Zurückprallen der Steinwände gelang es den kühnen Männern, das Schiff blitzschnell glücklich hindurchzusteuern; nur das Schiffsheck wurde ein wenig beschädigt.
Noch vielerlei Abenteuer hatten die Argonauten zu bestehen, bis sie endlich ans Ziel gelangten: die Mündung des Flusses Phasis. Sie kletterten voller Freude an den Segelstangen empor und takelten das Schiff ab. Dann lenkten sie die Argo in das breite Bett des Stromes hinein, der durch Kolchis fließt, und gingen vor Anker.


